Der katholische Friedhof in Brügge steht vor der Schließung. Wenn es nach dem jüngsten Beschluss der Friedhofskommission unter ihrem Vorsitzenden Stefan Schulte geht, soll es schon bald keine neuen Bestattungen mehr auf dem vor 80 Jahren eröffneten Gottesacker geben. Der Friedhof würde aber nicht entwidmet, bliebe also bestehen und soll in den kommenden 30 Jahren auslaufen. Für Ausnahmeregelungen, etwa der Frage von Bestattungen von Ehepartnern bereits dort ruhender Verstorbener, soll es in den kommenden Monaten ein Konzept geben – gemeinsam entwickelt mit dem Gemeinderat von St. Paulus.
Wie Dechant Johannes Broxtermann dazu gestern auf Anfrage der LN erläuterte, fand in den letzten Jahren auf dem Brügger Friedhof nur noch eine Beerdigung pro Jahr statt. Damit sei die Anlage hoch defizitär. Zudem sei der Pflegeaufwand aufgrund der Hanglage hoch, vor allem wegen der vielen Treppen, deren sichere Begehung nur mit hohem Aufwand zu gewährleisten sei.
Der Schließungs-Beschluss der Kommission werde nun dem Friedhofsausschuss des Brügger Kirchenvorstands als Vorschlag vorgelegt, die Richtung ist nach Einschätzung des Dechanten jedoch schon jetzt eindeutig. Jetzt gelte es, die Beweggründe für die Schließungspläne vor allem den Menschen zu erklären, die dort ihre Angehörigen zur letzten Ruhe gebettet haben. Gestern Abend erklärten die Verantwortlichen einigen Brügger Gemeindevertretern und Bürgern den aktuellen Stand der Dinge.
Johannes Broxtermann betonte, dass es in den letzten Monaten viele Bemühungen zur Bewahrung des Friedhofes gegeben habe. Allerdings sei weder ihm noch den Brügger Gemeindevertretern eine kreative Idee eingefallen, die das Ganze noch hätte rette können.
Wer jetzt kritisiere, dass hier ein Friedhof nur aufgrund von wirtschaftlichen Erwägungen aufgegeben werde, der habe Recht, räumte der Dechant ein. Aber: „Wenn man in der Verantwortung dafür steht und keine Lösung finden kann, dann bleibt irgendwann nur der Schlussstrich.“ – Der Text ist aus den Lüdenscheider Nachrichten vom 05.10.2010
Am Sonntag, 7. November, lädt die katholische Gemeinde ins Brügger Pfarrheim zu einer Versammlung ein, in der alle Betroffenen der beabsichtigten Friedhofs-Schließung auf den neuesten Stand der Dinge gebracht werden sollen.
Das bestätigte gestern Dechant Johannes Broxtermann auf Anfrage der LN. „Wir wollen ein transparentes Verfahren, nachdem die Information im Gemeinderat über den Schließungsbeschluss der Friedhofskommission am Montagabend sehr sachlich und ruhig abgelaufen ist“, berichtete der Dechant. Man wolle möglichst alle unmittelbar betroffenen Angehörigen schriftlich einladen, willkommen sei darüber hinaus jeder Interessierte. Es bleibe wichtig festzuhalten, dass Schließen nicht Abschließen bedeutet: Der 80 Jahre alte Friedhof bliebe natürlich geöffnet, es fänden dort im Regelfall aber keine Beerdigungen mehr statt. Über Ausnahmen, etwa für Ehepaare, werde man nachdenken und ein Konzept entwerfen. - Der Text ist aus den Lüdenscheider Nachrichten vom 07.10.2010