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Plan des alten evangelischen Friedhofs aus dem Jahr 1895
Plan des alten evangelischen Friedhofs aus dem Jahr 1895

Alter evangelischer Friedhof Lüdenscheid

Der älteste Teil des evangelischen Friedhofs wurde 1865 geweiht und umfasst das südliche Areal mit seiner rechtwinkligen Wegeführung mit den Feldern I bis VIII; die 1886 geweihte Erweiterungsfläche mit den Feldern IX bis XVI schließt nördlich an und hat das weite Oval des Feldes XVI zum Mittelpunkt. Im Lüdenscheider Volksmund spricht man vom "alten evangelischem Friedhof", seine offizielle Bezeichnung ist "evangelischer Friedhof Mathildenstraße".

Einzelne Bestandteile des (Gesamt-) Denkmals, insbesondere einzelne Grab­stätten, können darüber hinaus besondere Bedeutungsgehalte für sich geltend machen. Für sich allein besitzen diese Elemente jedoch nach heutiger Kenntnis keinen Denkmalwert, da die Bedeutung der einzelnen Elemente des Baudenkmals (hier: bedeutungsvolle Grabstätten) sich nur im Gesamtzusammenhang des Alten Friedhofs begründen lässt. Das Denkmal bleibt in diesem Falle der Friedhof.

Der Alte Friedhof an der Mathildenstraße zeigt in seinen beiden ältesten Teilen bis heute die weitgehend unveränderte Wegeführung. Den ältesten Teil von 1865 bestimmt die strenge Rechtwinkligkeit der Anlage in spätklassizisti­scher Manier, wobei insbesondere die beiden Hauptachsen - in Ost-West-Rich­tung vor der "alten Kapelle" und in Nord-Süd-Richtung in unmittelbarem Bezug auf dieses Bauwerk - von Alleebäumen gesäumt werden. Die Nord-Süd-Achse mündet in den halbrunden Platz mit den Pastorengräbern, der sich über dem Tal und der Erweiterung von 1886 erhebt. Hier wird die Wegeführung von dem Oval des Feldes XVI bestimmt, das von einem weiteren Außenring umschlossen und von einer Ost-West-Achse durchzogen wird, die sich an den Kreuzungspunkten zu gerundeten Plätzen weitet.

Diese Wegeführungen sind mit den flankierenden Alleebäumen des ältesten Teiles Bestandteil des Denkmals. Dies trifft eben­falls zu auf die zu geringen Teilen an der südlichen und westlichen Grenze des Friedhofs erhaltene Weißdornhecke, die als Einfriedung des Friedhofs 1865 angelegt wurde. Als zentrale Baulichkeit des Friedhofs ist ferner Bestandteil die "alte Kapelle", die bereits für sich als eigenständiges Denkmal im Jahre 1989 in die Denkmalliste der Stadt Lüdenscheid eingetragen wurde.

Die beeindruckende Gesamtwirkung des Alten Friedhofes beruht ganz wesentlich auf dem Erhalt ungezählter originaler Grabeinfassungen des 19. Jahrhunderts sowie ferner auf der demonstrativen Schlichtheit der Gesamtanlage und jeder einzelnen Grabstelle; dabei ist freilich zu berücksichtigen, dass die auf den Fundamenten der natur- oder kunststeinernen Grabeinfassungen in vielen Fällen einstmals angebrachten eisernen Gitter seit dem Zweiten Weltkrieg nahezu ausnahmslos fehlen. Letzterem Umstand ist zuzuschreiben, dass die Grabeinfas­sungen in ihrer Gesamtheit nicht als Bestandteil des Denkmals angesehen werden können.

Neben den bereits genannten sind folgende Elemente des Alten Friedhofes als Bestandteil des Gesamtdenkmals mit in die Denkmalliste eingetragen worden: 

Grabstätte Fam. vom Hofe
Feld V, Nr. 63/64
Stele v. 1910 und Grabeinfassung

Grabstätte Fam. Gerhardi
Feld II, Nr. 103
große Plastik v. Konstantin Dausch um 1900 und Grabeinfassung

Grabstätte Fam. Hueck I
Feld II, Nr. 91/94
Grabkreuz, liegende Steine ab 1878, Grabeinfassung

Grabstätte Fam. Winkhaus-Nottebohm
Feld II, Nr. 35/36 und 37/40
Grabeinfassung, liegende Grabplatten

Grabstätte Fam. Berg
Feld II, Nr. 145/150
Grabeinfassung, Marmorobelisk und Kissensteine

Grabstätte Fam. Turck
Feld II, Nr. 152, 153, 155/156 und 157/158
Zinkgussmonument "Glaube, Liebe, Hoffnung" (Max Klein 1871), Grabeinfassung, Kissensteine

Grabstätte Fam Noelle
Feld II, Nr. 163/168
Marmorobelisk, Grabeinfassung, Kissensteine

Grabstätte Fam. Kugel
Feld III, Nr. 87/92
Familienmonument als Säule mit Urne auf Sockel von 1881, Kissensteine ab 1880 und Grabeinfassung (trotz des Verlustes des Gitters)

Pastorengräber
Feld XVI (Pastorenfeld)

a) Marmorkreuz Pfarrer Pröbsting/Emilie Assmann
b) zwei Grabplatten Pfarrer Hueck und Ehefrau (1859/1847)
c) Obelisk Pfarrer Hülsmann (1822)

Grabstätte Fam. Dicke
Feld XVI, Nr. 105/106, Platz 1 - 8
Marmorobelisk, Grabeinfassung und Grabsteine ab 1892

Grabstätte Fam. Hueck II
Feld XVA, Nr. 6, Platz 1 - 12
große Kreuz-Steinplatten und Hecke nach einer Gestaltung des Bildhauers Joseph Gollwitzer aus einer Zeit um 1870

Grabstätte Fam. Noelle
Feld XVA, Nr. 4/5
Grabeinfassung, Stele mit Trauernder mit beidseitig anschließender Balustrade

Grabstätte Fam. Branscheid
Feld VI, Nr. 41/44
Stele 1890, Grabeinfassung und Kissensteine ab 1881

Grabstätte Fam. Linden
Feld VII, Nr. 1/4
Halbrunde Stele 1910

Grabstätte Fam. Selve I
Feld II, Nr. 1/2
Marmorobelisk 1886 und Grabeinfassung

Grabstätte Fam. Büren/Huicking
Feld V, Nr. 41/42
Zinkgussfigur "Segnender Christus" um 1900

Grabstele Turck
Feld XVIII
stehendes Grabmal auf der Grünfläche, von einem älteren Friedhof hierher an einen Weg versetzt

Grabstele Schmalbein
Feld XVIII
stehendes Grabmal auf der Grünfläche, von einem älteren Friedhof hierher an einen Weg versetzt

Grabstätte Müller-Weiland
Feld XVIII, Nr. 76
Hochkreuz, Grabeinfassung mit Gittern zwischen d. Pfeilern

Grabstätte Schneider
Feld XIV, Nr. 33a
Exedra in bruchsteinernen Grabeinfassungen, um d. JH-Wende

Grabstätte Seuster-Schmidt
Feld XVI, Nr. 33/34
Bronzerelief einer Trauernden, Bronzetor im Giebelbogen, Grabeinfassung

Grabstätte Fam Schnepper
Feld IX, Nr. 23/24
Bronzeplatte mit Trauernder, Bronzetor, Grabeinfassung

Grabstätte Basse/Pels-Leusden
Feld I, Nr. 1, 2, 3, 4
Kissensteine, Grabeinfassung

Grabstätte Fam. Mitschek
Feld XVa, Nr. 9
Grabeinfassung, Monument

Grabstätte Fam. E.W. Turck
Feld XVa, Nr. 3
Stele, Grabstuhl

Grabstätte Fam. Assmann
Feld II, Nr. 55 - 60
Kissensteine, Grabeinfassung

Die hier beschriebene Gesamtanlage wurde am 12. Oktober 1999 in die Denkmalliste der Stadt Lüdenscheid unter der laufenden Nummer 140 eingetragen.

 

 

 

Selve Mausoleum
Mausoleum der Familie Selve

Mausoleum Selve


Auf dem Alten evangelischen Friedhof an der Mathildenstraße befinden sich mehrere für die Familiengeschichten Lüdenscheids wichtige Grabdenkmäler.Das Eindruckvollste dieser Grabdenkmäler ist das Mausoleum der Familie Selve, welches um 1909 errichtet wurde. Dieses Mausoleum wurde sehr ahrscheinlich Herrn Gustav Selve gewidmet, einem Mann, der zu Lebzeiten zu den 20 reichsten Personen des damaligen Kaiserreiches gehört haben soll.

Es wurde im vom Neubarock beeinflussten Jugendstil als Zentralbau mit lebhafter Kolossalgliederung errichtet. Das Innere dieses Mausoleums ist gewölbt, mit einer hervorragenden Farbverglasung, einem Mosaikfußboden und mit Marmorbüsten ausgestattet, von denen eine "P. Borsani" gekennzeichnet ist. Die Kupferhaube des plastisch durchgeformten Baukörpers stellt einen Bezugspunkt auf dem gesamten Friedhof dar.

Eine der marmornen Porträtbüsten in dem Selve Mausoleum stammt von Luigi Calderini, einem berühmten Maler und Bildhauer um die Jahrhundertwende, der auch den Selve- Brunnen vor dem ehem. Amtshaus am Sauerfeld (Baudenkmal, Laufende Nr. 149) schuf. Durch die Bekanntschaft mit Fritz Selve, der aus dem Versetal stammte, kam der Italiener in die Bergstadt.

Das Mausoleum erinnert an eine Unternehmerfamilie aus dem Versetal, die in der Gründerzeit durch intensive Nutzung der damaligen industriellen Entwicklung innerhalb kürzester Zeit zu einer der reichsten Familien des damaligen Kaiserreiches aufstieg. Auch machte sich die Familie Selve durch Stiftungen in Lüdenscheid einen großen Namen, unter anderem an dem Sanatorium in Hellersen. Das Mausoleum Selve wurde am 06.07.1988 unter der Laufenden Nr. 79 in die Denkmalliste eingetragen.

Im April 1988 wurde von der Erbengemeinschaft diese Eintragung beantragt. Im Juli 1987 wurde das Mausoleum durch Zerstörung stark beschädigt. Umgestürzte Säulen, zerbrochene Marmorbüsten und Gesteinsbrocken, ein großer Schaden der angerichtet wurde. Darauf hin wurde das unter Denkmalschutz gestellte Grabmal wieder in Stand gesetzt.

Es  wurden Steinmetzarbeiten durchgeführt, die Bundglasfenster wurden sorgfältig restauriert, wieder eingesetzt und mit einer Schutzverglasung versehen. Die zerstörte Marmorbüste des italienischen Künstlers wurde restauriert und der Zugang zum Grabmal so gesichert, dass kein Unbefugter mehr eindringen kann.

So stellt das Mausoleum auch heute noch einen imposanten Anziehungspunkt auf dem alten ev. Friedhof an der Mathildenstraße dar.



Torhaus ev. Friedhof
Torhaus am evangelischen Friedhof Lüdenscheid

Torhaus am "alten evangelischen Friedhof" Lüdenscheid

Das bis zuletzt als Friedhofskapelle und Leichenhalle genutzte Gebäude ist Bestandteil der Anlage des Alten evangelischen Friedhofes. Es handelt sich um ein eingeschossiges Gebäude mit Drempel. Der kolossal geglie­derte Flügelbau ist im Rundbogenstil errichtet. Nach neueren Erkenntnissen handelt es sich um das ehemalige Torhaus des Friedhofes. Seine städtebaulich exponierte Lage zur Friedhofstraße ist so erklärlich. Bauspuren weisen auf ein großes Mitteltor hin.

Das Gebäude ist bedeutend für die Geschichte des Menschen, weil es hin­sichtlich der Ortsgeschichte und der Geschichte der engeren Heimat der dort wohnenden arbeitenden Menschen hohen Symbol- und Erinnerungswert hat. Es ist weiterhin bedeutend für die Geschichte der evangelischen Kirche, der im märkischen Sauerland von jeher eine besondere Bedeutung beigemessen wurde. Wissenschaftliche Gründe für den Denkmalwert bestehen besonders hinsichtlich der Stadtentwicklungsgeschichte, wobei das Gebäude zur baulich ursprünglichen Ausstattung des Friedhofes gehört und auf die gleichzeitig entstandene Friedhofstraße Bezug nimmt. Dadurch macht das Gebäude auch städtebauliche Gründe für den Denkmalwert geltend, weil es die Erscheinung des Straßenbildes bestimmt und charakterisiert. Zwischen der Eingangshalle und den übrigen Anlagen und Gebäuden der Umgebung besteht von daher eine enge Verbindung, zumal ohne die Eingangshalle, die eine große Aufmerksamkeit auf sich zieht, ein wesentlicher Teil der dieses Stadtquartier prägenden Gebäude und Anlagen verloren wäre.

Das Torhaus ist am 10. Mai 1989 unter der laufenden Nummer 64 in die Denkmalliste der Stadt Lüdenscheid eingetragen worden.



Jüdischer Friedhof
Jüdischer Friedhof "Am Ramsberg"

Jüdischer Friedhof "Am Ramsberg"


Der jüdische Friedhof wurde im Jahre 1887, damals noch vor den Toren der wachsenden Stadt Lüdenscheid eröffnet. Geschlossen wurde die Anlage auf Wunsch der jüdischen Kultusgemeinde im Jahre 1958.

In einem Teil des Friedhofes befindet sich eine Gruppe von Grabsteinen, die 1955 von dem ehemaligen stadtzentralen Friedhof an der Knapper Straße hierhin überführt wurden. An diese Überführung erinnert ein auf dem Gelände angebrachter Gedenkstein.

Eine zentrale Baumallee erschließt die Friedhofsanlage. Die Grabstätten sind links und rechts der Allee angeordnet.

Die Friedhofsanlage wurde am 02. Juni 2003 unter der laufenden Nummer 147 in die Denkmalliste der Stadt Lüdenscheid eingetragen. Auf dem jüdischem Friedhof am Ramsberg finden keine Beisetzungen mehr statt.


Diese Informationen wurden von der Stadt Lüdenscheid zusammengestellt!

 

 

Kriegsgräberstätte "Hühnersiepen"

Nach Information des "Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V." ruhen auf dieser Kriegsgräberstätte 512 Kriegstote.

Der Friedhof gehört der Stadt Lüdenscheid, hier finden keine Beisetzungen mehr statt.

Der Friedhof Hühnersiepen bei Lüdenscheid-Piepersloh wurde umgangssprachlich zum "Russenfriedhof".1949 wurde auf dem Friedhof Hühnersiepen ein Findling als Gedenkstein aufgestellt.

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